Cape Town Cycle Tour 2020: Außergewöhnlich!

Blick vom Tafelberg auf das letzte Stück der Cape Town Cycle Tour

Beitrag von Kai-Michael Lilie

Ich habe so manche Träume auf dem Rad erleben können. So manche träume ich noch. Kai-Michael - Radfahrer & Blogger aus Leidenschaft.

20. Mai 2020

Prelude

Start der Cape Town Cycle Tour
Im Wartebereich vor den Startboxen

Da steh ich nun, kurz nach sieben Uhr morgens, in einer unüberschaubaren Masse an Fahrradfahrern am Ende der Welt. Nein, nicht in Finis Terrae (Cape Finistère) in der Bretagne, sondern in Kaapstad unter dem Tafelberg auf dem Parade Place, wo Nelson Mandela im Februar 1990 am Tag seiner Freilassung vor tausenden von Zuschauern seine erste öffentliche Rede vom Balkon der City Hall hielt.

Die Sonne geht langsam aus, alle sind gut drauf und dabei ein wenig aufgeregt. Eine unüberschaubare Zahl an Radfahrern wuselt um mich herum.

In dem Begleitprogramm steht, man solle eineinhalb Stunden vor dem Start dort einfinden, was Quatsch ist, da 45 Minuten vollkommen ausreichen. Und so stehe ich mir die Beine in den Bauch, bevor ich schließlich in meinen Startblock einrücken darf. Die Zeit bis zum Start verbringe ich mit Gucken und Quatschen. Der Startblock ist durch Gitter gut abgesperrt. Nur der aktuellen Startblock darf einrücken, sodass ich drinnen in Ruhe und ohne Angst um mein Fahrrad noch einmal kurz in ein Dixieklo verschwinde, bevor es losgeht.

 

Startaufstellung Cape Town Cycle Tour
An der Startlinie, links und rechts im Wechsel

Die ganze Zeit über verschieben sich die Massen der Fahrradfahrer auf dem riesigen Platz. Alle zwei Minuten verlässt ein Startblock das Gelände. Der Startbereich unmittelbar vor der Startlinie wird von links und rechts alle zwei Minuten nachgefüttert.

 

Startbereichsplan

„Thunder“ von AC/DC ist genau die richtige Musik, um die von dem Herumgestehe müden Systeme hochzufahren, als ich denn endlich vorne vor dem Start stehe. Um mich herum im Startblock ca. 350 andere internationale Teilnehmer. Wir sind der letzte von insgesamt 4 Startblöcken, die exklusiv für die Leute aus Übersee reserviert sind. Als internationaler Teilnehmer hat man den Vorteil immer einen Startplatz zugewiesen zu bekommen, egal wie ausgebucht der Event ist, während die Südafrikaner fix sein müssen, um sich ihren Startplatz zu sichern. Dafür zahlt die Internationale mit Jammern auf höchstem Niveau das Doppelte.

 

In der abgesperrten Startbox

35.000 Teilnehmer können maximal an der Cape Town Cycle Tour (CTCT) teilnehmen. Diese Teilnehmerzahl macht es damit zum größten Fahrradevent der Welt, wo jeder am Ende eine Zielzeit und Position zugeworfen bekommt (hat bei mir allerdings ein paar Tage nach Schreiben einer Email gedauert, bevor im Nachhinein mein Transponder mit meinem Namen gekoppelt wurde). Gleichzeitig ist die Tour mit ihrer Streckenführung eines der schönsten Rennen der Welt. Am 8. März 2020 fand sie zum 42. Mal statt.

Warum ich in Kapstadt? Im Herbst 2018 bin ich mit meiner Familie für knapp drei Wochen die Garden Route entlang gereist. Das Land und seine Landschaft, die Menschen und das Essen, die Tiere und Pflanzen, irgendwie überhaupt alles hat uns begeistert (nur die zum Teil krasse Armut konnten und wollten wir während unserer Reise nicht ausblenden). Den Chapman’s Peak Drive am Atlantik südlich von Kapstadt, eine der schönsten Küstenstraßen der Welt und auch eine Teilstrecke der CTCT, sind wir dabei zwei Mal entlang gefahren. Die gesamte Strecke der Tour bin ich in diesem Urlaub in Teilen zumindest einmal entlanggefahren. Ich wusste also was mich erwartet – was richtig Geiles nämlich. Und so war es dann auch.

 

Streckenplan

Geschichte der Cape Town Cycle Tour

1977 begann die Geschichte der Cape Town Cycle Tour. Um auf die fehlende Fahrradinfrastruktur in Kapstadt aufmerksam zu machen, und weil andere Wege bis dato nicht zu Erfolg geführt hatte, beschlossen zwei Capetonians Bill Mylrea und John Stegmann, eine Protestveranstaltung – The Big Ride In – durchzuführen.

Der Ritt wurde 1977 unter der Schirmherrschaft der neu gegründeten Western Province Pedal Power Association (WPPPA) abgehalten und sollte beweisen, dass eine Menge Menschen Fahrrad fuhren. Hunderte radelten denn auch bei dieser sehr erfolgreichen Veranstaltung in das Geschäftsviertel von Kapstadt, zum Rathaus, zur Grand Parade, zur Adderley Street und zum Foreshore mit. Auch der Bürgermeister nahm teil. Alle waren beeindruckt – nur die Radwegebaubehörde nicht.

Dies hielt jedoch die WPPPA nicht davon ab, jetzt erst recht, groß zu träumen; es entstand die Idee eines Peninsula Marathons, der die Teilnehmen so richtig fordern sollte. Strecken bis zu 300 km waren in der Überlegung. Zu diesem Event kam es aber nicht. Vielmehr sprach Ende 1978 der in Südafrika legendäre Mountainbiker Steve Shapiro aus Kapstadt seine Marketing-Leute bei Cape Argus, eine 1857 gegründete Tageszeitung, auch The Argus genannt an, ob diese sich nicht in einem Fahrradrennen engagieren wollten. Sie wollten! Und so taten sich die Pedal Power Association und The Cape Argus (eine Zeitung) zusammen und schufen das Rennen Cape Argus Cycle Race (offiziell heißt das Rennen Cape Town Cycle Tour, aber man trifft nach wie vor auf diesen Namen) an dessen Start ich nun stand.

Bevor der Event 1978 jedoch losgehen konnte, musste eine Riesenhürde übernommen werden, um die dafür notwendige offizielle Genehmigung zu erhalten. Der Event sollte von Anfang an aus Sicht der Veranstalter allen Südafrikanern offen stehen, und nicht, wie von offizieller Seite aufgrund der Apartheid Politik gewünscht, nur Weißen. Die Macher waren ihrer Zeit damit weit voraus, und es gelang ihnen den Widerstand der Behörden zu überwinden. So war es beim Start am 28. Oktober 1978 allen Südafrikanern möglich teilzunehmen.

Nach wie vor scheint mir auch Jahrzehnte später die Veranstaltung jedoch eine zu sein, wo – zumindest in dem leistungsorientierten Teil – hauptsächlich „Weiße“ unterwegs sind (Südafrikaner stoßen sich nicht an „Rassebegriffen“, man ist „white“, „black“ oder „coloured“).

Wüsste ich es nicht besser, so dächte ich, ich sei in Europa. Radsport ist zeit- und geldintensiv. Auch wenn einem an der Waterfront in Kapstadt die Ferraris, Porsche und Aston Martins entgegen kommen, so ist Südafrika nach wie vor ein Land krasser sozialer Gegensätze. Immer wieder bestätigt  sich dieser Gegensatz, auf der Kaphalbinsel kommen mir beim Rennen Kinder mit nur einem Schuh an den Füssen entgegen. Und gleich am Anfang in der Auffahrt zum Nelson Mandela Boulevard sehe ich rechts, dass unter der Brücke offensichtlich Menschen unter widrigsten Bedingungen leben. Armut begegnet einem immer und überall in diesem wunderschönen Land. Damit muss man klarkommen, so einige Male überlegte ich: Einmal um die Welt, in einem schicken Hotel, auf einem Renner von dessen Gegenwert viele in Südafrika sicherlich gut ein Jahr leben könnten, das Leben genießend – ist das ok?

 

Die Brücke als Unterkunft

Im Rahmen der Anmeldung hat man die Möglichkeit, die Teilnahme anderer Teilnehmer, die nicht so gut bemittelt sind, zu sponsern. Das kann ich nur empfehlen! Auch bringen wir „Reichen“ Geld in die Wirtschaft, dass sonst nicht da wäre. Wie alles, hat alles immer mindestens zwei Seiten.

Die Idee schon in Zeiten der Apartheid ein Zeichen für eine Rainbow Nation zu setzen, scheint eher in den hinteren Startblöcken umgesetzt zu werden, da sich dort mehr farbige Teilnehmer finden als in den vorderen Startblöcken (die es dort auch auf jeden Fall gibt, aber eben sehr rar gesät). Aber auch dies ist ein Bild, das man sowohl positiv (alle können teilnehmen) als auch negativ (nach wie vor Rassentrennung, die reichen „Weißen“ vorne, die armen „Schwarzen“ hinten) betrachten. Südafrika ist und bleibt ein Land der Gegensätze, die Hautfarbe signalisiert in der Regel den sozialen Status und wie bereits oben beschrieben, damit muss man klarkommen, wenn man dort reist.

Zurück zum Rennen selbst: Das Leistungsniveau ist breit gefächert, während der Erste nach bereits ziemlich genau 2 Stunden 30 Minuten durch das Ziel ging, so benötigte der letzte Teilnehmer fast 6 Stunden mehr. Im Nachhinein ärgere ich mich, nach meiner Zielankunft nicht länger im Zielbereich geblieben, bzw. dorthin nicht später wieder zurückgekehrt zu sein. So habe ich wahrscheinlich nur einen geringen Teil des Teilnehmerspektrums kennengelernt: Die Ambitionierten und die Ausländer. Und nicht die wahren Helden, die sich mit wenig Training auf „schlechten“ Rädern durchgebissen hatten, und dabei oft ihr persönliches Limit erreichten oder gar überschritten, bevor sie das Ziel beim WM Stadium erreichten.

Auf der Strecke fand ich es sehr berührend zu sehen, wie Gruppen von Radfahrern, Gehandicapten die Teilnahme am Rennen ermöglichten. Grobes Setup: Ein Anhänger mit Sitzgelegenheit, ein Fahrrad davor mit einem kämpfenden Radfahrer, der in den Steigungen links und rechts, teilweise in Doppelreihe von diversen Mitstreitern schiebend unterstützt wurde. Toll!

Auch immer wieder ein Thema bei der Veranstaltung, das oft extreme Wetter:

  • 2002 wurde das Rennen gestoppt, als das Thermometer über 42° C stieg.

  • Sieben Jahre später wurde es aufgrund von Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h angehalten.

  • 2015 wurde das Rennen wegen eines Großfeuers auf 47 km verkürzt.

  • Zwei Jahre später wurde es erneut aufgrund starken Wind in Verbindung mit einem Feuer abgesagt.

2020 hatte ich Glück mit dem Wetter. Zu Beginn war es nahezu windstill. Auf dem zweiten Teil und insbesondere am Suikerbossie half mir der teilweise kräftig blasende Rückwind ,ohne Probleme ins Ziel zu kommen. Diejenigen die später gestartet sind, und auch insgesamt länger unterwegs waren, hatten sicherlich nicht nur das Glück des schiebenden Windes.


Die Strecke

Strecke der Cape Town Cycle Tour
CTCT 2020

Das erste Rennen 1978 sah 500 Radfahrer an der Startlinie vor dem Castle an der Strand Street. Es gab vielen Überlegungen, wie die Route aussehen könnte: Am Ende (oder besser gesagt von Anfang an) führte die Strecke Richtung Süden über Simon’s Town die False Bay entlang, die Halbinsel beim Smitswinkel querend durch Misty Cliffs am Atlantik, um danach über Slangkop,  Chapman’s Peak und Suikerbossie nach Kapstadt zurückzukehren.

 

Hout Bay vom Scheitelpunkt des Chapman’s Peaks im Nebel (Oktober 2019)

Der erste Start sollte mit einem Donnerschlag losgehen. Dieser allererste in der Geschichte dieser Veranstaltung war jedoch ein Rohrkrepierer, und der zweite Versuch jagte dann die Kanone selbst in die Luft. Zum Glück wurde niemand verletzt und das erste Rennen startete erfolgreich ohne Böller. Seitdem ist es jedoch Tradition, das Rennen mit einem kleinen Feuerwerk in den Sonnenaufgang hinein zu starten.

 

Von Anfang an setzte die Radtour Maßstäbe im Radsport. Dies war das erste Mal, dass der Jedermann in dem gleichen Event wie offiziell lizenzierten Rennradfahrer auf derselben Strecke starten und fahren konnten. Etwas was zum Beispiel später die Cyclassics in Hamburg und andere Radrennen in Europa erfolgreich kopierten.

Die Cape Town Cycle Tour (CTCT), die mehrfach ihren Namen änderte, hatte in der 42. Austragung 2020 insgesamt 22.598 Teilnehmer, die am Ende das Ziel erreichten und eine offizielle Zeitnahme bekamen. Das CTCT hat den Anspruch, das größte Radrennen weltweit zu sein, dass eine Zielzeit für die Teilnehmer ausweist. Dies macht sicherlich einen Teil des besonderen Reizes und Flairs dieses Rennens aus. Aber eben nur einen Teil, da die Stadt selbst, die landschaftlich ohne Zweifel eine der schönsten der Welt ist, und die Bewohner an der Strecke, die insbesondere an den Steigungen für Stimmung sorgten, für die besondere Attraktivität dieser Veranstaltung sorgen.

 

Auf dem Edinburgh Drive

Das Wissen um die Landschaft und die Strecke, die positive Beschreibung des Rennens, der Nimbus allgemein, all dies ließ 2019 den Beschluss in mir reifen, 2020 dort hin- und mitzufahren. Ursprünglich wollte ich mit einem Kumpel insgesamt drei Wochen mit dem Rad in Südafrika verbringen, doch leider konnte ich am Ende nur alleine fahren, sodass ich meine Planung ein wenig umstellte, da mir sonst die Kosten weggelaufen wären. So beschloss ich, auf jeden Fall nach Kapstadt zu fahren und um die CTCT herum ein paar zusätzliche Tage dort zu verbringen.

 

Haben sich die Reise und das Rennen gelohnt? Definitiv. Eine tolle Stadt und eine tolle Veranstaltung. Trotzdem dafür einmal um die Welt? Vielleicht ein wenig too much. Am Ende sollte jeder für sich entscheiden, ob dieser Event sein Ding ist. Auch wenn er sehr positiv in mir nachhallt, so stelle ich dennoch fest, dass die Reise bestimmt nicht nachhaltig war.

 

Hout Bay im Nebel

Nochmals zurück zur Strecke; sie selbst ist 109 Kilometer lang, und weist dabei offiziell 1.220 Höhenmeter auf. Für Anfang März war das schon für mich eine gewisse Ansage. Da ich im Dezember mir die Festive 500 antat, und im Januar und Februar zusätzlich 1.000 Kilometer draufpackte, war ich dennoch gut vorbereitet. Streckenlänge war ok. Die Steigungen forderten mich, ohne mich dabei zu überfordern. Von daher alles gut.

Die Befürchtung, dass zu viele insbesondere unerfahrene Radfahrer gleichzeitig auf der Strecke sein würden, bestätigte sich nicht. Streckenweise war richtig Platz. An der False Bay wurde es teilweise etwas eng, aber alle fuhren diszipliniert. Die Straßen waren in der Regel in einem guten Zustand, nicht kinderpopoglatt, aber ohne größere Löcher.

 

An der False Bay
Image Credit: Jetline Action Photo

Entlang des Weges gab es insgesamt 13 Depots, davon die letzten 10 alle mit Sani, Physio und Reparaturservice. Am Anfang hatte ich mich gefragt, wo denn die Depots seien, eigentlich hätte ich doch an welchen vorbeikommen sollen, bis ich herausfand, dass sie nicht angekündigt werden, sondern in der Regel sich mit eine Masse an roten Flaggen bemerkbar machen.

Ursprünglich war meine Idee, das Ganze entspannt anzugehen, um die Atmosphäre zu genießen. Das tat ich zunächst auch, aber als es gut lief, stoch mich der Hafer und hatte ich immer Druck auf dem Pedal. Zwei Mal fuhr ich links ran, um jeweils eine Wasserflasche nachzufüllen.

 

Hoch zum Nelson Mandela Boulevard

Auf den ersten elf / zwölf Kilometer galt es, bereits zwei Steigungen mit zusammen ca. 250 Höhenmetern zu überwinden, einmal zum Hospital Bend hoch (dort wo die erste weltweite Herztransplantation stattfand), dann ein bisschen Sägezahn und schließlich hoch auf dem Edinburgh Drive stadtauswärts. Anstrengend hier fand ich nicht die Steigungen selbst, sondern das sie unmittelbar nach den Start begannen. Nach zwei Stunden Stehen war ich doch etwas steif. Eine kleine Warmfahrphase fehlte mir da ein wenig.

Nach dem Edinburgh Drive ging es mehr oder weniger „flach“ bis zum Smitswinkel am südöstlichen Zipfel der Strecke, wo die nächste größere Kletterei mit knapp 120 zu überwindenden Höhenmetern anstand. Deren Ende markierte auch ungefähr die Halbzeit der Strecke. Längst der Strecke wurden von Anfang an die Kilometer bis ins Ziel runtergezählt. Im Starterbeutel befand sich u.a. ein Streckenaufkleber mit Kilometerangaben und den Steigungen, sodass ich immer wusste, wo ich mich befand und was als nächstes auf mich zukommen würde.

 

Auf dem Weg zum Smitswinkel

Bevor ich den Smitswinkel am Ende der False Bay erreichte, führte uns die M3 vom Edindurgh Drive aus führte Richtung Küste.

 

Auf der M3

Die Abfahrt nach Muizenberg brachte uns an die Bucht mit ihren kleinen Städtchen Muizenberg, Kalk Bay und Simon’s Town.

 

Blick auf die False Bay
Der Strand von Muizenberg
Die Badehütten

Muizenberg ist der Strand der kleinen, bunten Badehütten deren Foto in keinem Reiseführer fehlt. Daher auch hier zu sehen ;-). An diesem Strand lernen die Kapstädter das Wellenreiten. Gemeinsam mit dem weißen Hai, der weltweit in der False Bay am meisten auftritt. Super Strand mit Extra Thrill!

Simon’s Town wiederum ist bekannt ist für ihre Pinguin Kolonie, und Kalk Bay dazwischen für ihre Shops und Galerien.

 

Richtung Kalk Bay
Simon Town

Kurz vor dem Anstieg zum Winkel verließen wir die Küste, und begannen die Querung der Halbinsel zur Westküste hin nach Misty Cliffs.

 

Im Smitswinkel

Dazwischen lagen zwar noch die Red Hills, aber im Wesentlichen ging es, nachdem wir den Smitswinkel überquert hatten, entspannt abwärts Richtung Atlantik.

 

In den Red Hills
Mitten auf der Halbinsel

Landschaftlich ist die ganze Strecke herausragend. Es gibt aber noch zwei Sahnehäuptchen, zwei spektakuläre Highlights: die Misty Cliffs und der normalerweise gebührenpflichtige Chapman Peak’s Drive.

 

Misty Cliffs
Misty Cliffs
Image Credit: Jetline Action Photo

Bei den Cliffs sind wir auf Meereshöhe und die Brandung mit ihrer Gischt begleitet uns für ungefähr zwei Kilometer. Im Anschluss dreht die Strecke noch einmal landeinwärts und es geht rund 60, 70 Höhenmeter hoch. Danach kann man es schön bis Masimuphelele laufen lassen, dort scharfe Linkskurve und los Richtung nach Nordhoek. In Nordhoek beginnt die knappe sechs Kilometer lange Kletterei hoch den Chapman Peak’s Drive. Dabei sind um die 175 Höhenmeter zu überwinden. Hier fangen denn auch die ersten mit der Schieberei an.

 

Links nach Nordhoek

Der Drive ist anerkanntermaßen eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Er wurde in den dreißiger Jahren von Sträflingen in den Fels gehauen und bietet fantastische Ausblicke auf den Ozean.

 

Auf dem Chapman’s Peak Drive
Image Credit: Jetline Action Photo

Nach seinem Scheitelpunkt geht es abwärts Richtung Hout Bay. Die fantastische Bucht liegt dabei links von einem. Hier kann man unterstützt von der Schwerkraft ordentlich bollern.

 

Downhill vom Peak

Dabei sollten jedoch nicht die Kurven und die Mitfahrer unterschätzt werden sowie die Mautstelle am Ende der Abfahrt. Im Anschluss geht 2 Kilometer flach nach Suikerbossie (Zuckerbüschchen). 

 

Flotte Biene vernascht – lächelnd – den Zuckerbusch
Image Credit: Jetline Action Photo

Das Wort Suikerbossie hatte ich morgens beim Start dass erste Mal gehört. Es wurde mit dem größten Respekt ausgesprochen, ja fast geraunt. Dies sei die schwierigste Stelle des Rennes. Man denke, nach dem Peak sei das Schwerste vorbei, man sei nur auf ihn fokussiert, haue da rein bzw. einen raus, wolle es sich und anderen dort beweisen, man sei quasi schon im Ziel, aber, man vergesse ihn dabei (zumindest beim ersten Mal) – das Zuckerbüschchen. Da geht es 120 Meter hoch auf knapp 1,5 Kilometer. 

 

Atlantikküste vom Tafelberg Richtung Kap der guten Hoffnung

Dank der Warnungen und des heftigen Rückwindes hatte genug Reserve, um angestrengt, aber nicht über dem Limit, diese letzte Herausforderung zu meistern. Schließlich ging es danach wieder abwärts Richtung Küste.

An der Küste schießen wir in einer kleinen, flotten Gruppe entlang der Twelve Apostles Richtung Camps Bay, Clifton, Bantry Bay zum Seapoint. 

Alles tolle Küstenorte mit tollen Stränden. Die Straßen sind in den Ortschaften teils verengt mit Baustellen, also erhöhte Aufmerksamkeit.

 

Die Zwölf Apostel von der Tafelbucht aus
Clifton

Seit Kalk Bay traf ich immer wieder Marco und seinen Vater. Die Namen lernt man ja gut kennen, wenn man bei gleichem Leistungsspektrum immer wieder einige Zeit miteinander verbringt und die Vornamen hinten gut sichtbar auf der Startnummer stehen. Marco ist sechszehn und hatte mit dem Mountainbike und seinen breiten Puschen deutlich mehr Luftwiderstand zu überwinden als ich auf meinem Renner. Den Jungen fand ich richtig gut. Chapeau.

 

Drücken ins Ziel, Marco im Lead

Dann schließlich abbiegen auf die Zielgeraden Richtung Stadion.

 

Endspurt
Image Credit: Jetline Action Photo
Medaille & Coke
Image Credit: Jetline Action Photo

Schluss


Links

Offizielle Seite der Cape Town Cycle Tour

https://www.capetowncycletour.com/

Webcam Tafelberg

https://www.earthtv.com/de/webcam/kapstadt-tafelberg/live-stream

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